Die Bedeutung von Cottagecore

Ein Lifestyle-Trend hinterlässt seine Spuren

Die eigentliche Begriffsdefinition formt sich aus den Worten „Cottage“, also Landhaus und dem Kürzel für „Hardcore“ und ist mittlerweile Ausdruck eines neuen Lebensgefühls. Die Bezeichnung neu ist dabei relativ, denn im eigentlichen Sinne führt die Cottagecore Aesthetic zurück zur Beschaulichkeit einer ländlichen Idylle mit einer schlichten, nachhaltigen Alltagsgestaltung. Anfang der 2010er-Jahre fand der Trend seinen Ursprung in Teilen der US-amerikanischen Teenager und jungen Erwachsenen.

Die Sehnsucht vieler Großstadtkinder nach einer einfachen, ruhigen Lebensweise auf dem Land ließ die Bewegung schnell anwachsen. Das „Landhaus-Extrem-Gefühl“, inzwischen auch als „Farmcore“ oder „Countrycore“ bezeichnet, setzte zunächst Zeichen in der Mode, breitete sich dann allerdings befeuert durch die Sozialen Medien auch in die Bereiche des Einrichtungsstiles, des Hausbaus und Designs aus. Nun, rund 10 Jahre später, hat sich Cottagecore zu einer festen Lifestyle-Größe etabliert.

Inspiration aus dem Farmleben und dem Landhausstil

Besonders junge Menschen fühlen sich vom Trend der Entschleunigung und Besinnlichkeit angesprochen. Inspiriert von der Ästhetik des traditionellen Farmlebens Anfang des 20. Jahrhunderts, das seine Wurzeln vor allem in den Weiten der Great Plains, der US-amerikanischen Kornkammer hat, steht der Einklang mit der Natur im Vordergrund. Auch in Europa finden sich diese typischen Wurzeln, die zum Teil bis heute Bestand haben. Einige Beispiele hierfür sind die ländlichen Regionen in Englands Südwesten mit ihrem prägenden Landhausstil oder die grünen Seen- und Waldlandschaften Schwedens.

Der Cottagecore Style definiert nicht nur den Traum vom einfachen Leben in der Natur, weit weg von der Hektik des hoch technisierten Alltagsgeschehens in den modernen Ballungszentren des 21. Jahrhunderts, sondern verbindet das Gefühl von Freiheit mit den kreativen Fähigkeiten des Menschen. Hierzu gehören nicht nur die vielen Dinge, die als angenehmer Blickfang einen Raum oder eine Terrasse verschönern können, auch selbst angebautes Gemüse oder eine herrlich frisch angesetzte Limonade verkörpern den Trend zur Rückbesinnung. So ist wohl schon nahezu jeder bewusst oder unbewusst dem Cottagecore-Weg ein stückweit gefolgt.

Die Bedeutung von Cottagecore

Verknüpfung vieler Elemente

Nun lässt sich mit Sicherheit behaupten, diese Styles und Trends gab es alle schon einmal. Natürlich ist Cottagecore keine grundlegende Neuerfindung, doch die Bewegung vereint etliche vorhandene oder schon einmal da gewesene Stilelemente und Manufakturen. Das große Plus von Cottagecore ist dabei die Verknüpfung und Zusammenfügung einer großen Community. Entscheidende Faktoren sind hierbei die großen Sozialen Mediennetzwerke, die eigentlich ganz im Widerspruch zum Grundgedanken des Lifestyles eine große Heerschar an Followern und Begeisterten vereinen. Internetseiten, Videos oder Präsentationen von namhaften Cottagecore-Größen haben in der jüngeren Vergangenheit einen stetigen Zulauf erfahren. So generiert der Lifestyle-Trend dauerhaft eine Fangemeinde, die in vielen Bereichen des Lebens gar nicht so viel miteinander verbindet.

Begonnen hatte der neue Lifestyle-Trend zunächst hauptsächlich im Bereich der Mode. Die klassischen Cottagecore Outfits bedienten vorwiegend eine junge weibliche Klientel und orientierten sich an den schlichten, in hellen Farben gehaltenen traditionellen Kleidern der frühen amerikanischen Siedler. Ein wahr gewordenes Klischee von einem jugendlichen Mädchen, welches in einem weißen Rüschenkleid über eine grüne Blumenwiese schreitet. Besonders in den Vereinigten Staaten profitierten traditionelle Labels, aber auch pfiffige Start-ups von dem Cottagecore-Run und setzten die klassischen Stilelemente der frühen Gründerzeit in den neuen Kollektionen um. Schlicht sind die langen Kleider mit den hoch geschnittenen Krägen und die voluminösen Röckchen scheinen ebenfalls wie ein Deja-vu aus der ein oder anderen Epoche.

Cottagecore Mode und Design

Viele Modedesignerinnen und Designer griffen den Style auf und gaben die Richtung vor. Inspiration gab und gibt es zu Genüge. So folgten im ständig boomenden Markt, der vor allem im Onlinesegment einen immensen Zuwachs erfährt, die typischen Kleider mit den Blümchenmustern, die bereits in den 1990er-Jahren eine Renaissance erfahren haben. Vichy-Karo-Blusen, Jeanslatzhosen oder knöchellange, geblümte Röcke mit den passenden Lederboots sind nur einige Beispiele für die Verkaufsschlager der neuen Landhausszenerie. Gängige Accessoires wie der Haarschmuck aus Blümchen oder die breite roséfarbene Schleife sind dabei genauso angesagt wie der traditionelle Farmerhut aus Stroh. Der stetigen Nachfrage zu immer neuen Variationen folgten nahezu zwangsläufig eine größer werdende Produktpalette, die dem Cottagecore Style problemlos zuzuordnen waren. So kehrten beispielsweise die bei vielen in Vergessenheit geratenen Clogs oder gesteppte Kleidungsstücke in das Angebot zurück.

Den endgültigen Durchbruch erfuhr die Cottagecore Aesthetic mit dem Beginn der Corona-Pandemie, als immer mehr junge Menschen ihr Bewusstsein für die ursprünglichen Dinge des Lebens öffneten. Kreative Bastelarbeiten, das Häkeln, Stricken und Sticken eigener Tischdecken, Kleidung oder anderer Utensilien in der Abgeschiedenheit der eigenen vier Wände beflügelte die Szene nachhaltig. So ist es kaum verwunderlich, dass Cottagecore den komplexen Lifestyle auch auf die architektonische Gestaltung, die Innenraumausstattung oder auf den Gartenbereich ausweitete. Es ist diese bodenständige Gemütlichkeit des eigenen Zuhauses, welche diesen besonderen Reiz der Cottagecore-Ästhetik darstellt, wobei jedem ausreichend Freiräume zur individuellen Ausgestaltung überlassen werden.

Die Bedeutung von Cottagecore

Zwischen Vintage und persönlicher Vielfalt

Neben der Mode, dem Selbstgemachten und dem Eigenanbau ist es den Cottagecore-Fans gelungen, bereits bestehende Orientierungen im Bereich des Vintage weiter aus zu gestalten oder zu übernehmen. Der „Tiny-House-Trend“ ist nur ein Beispiel, an dem sich Cottagecore problemlos anknüpfen lässt. Einrichtungsstile im Dekor der Gründer- oder Kolonialzeit, Küchenbuffets mit Omas Porzellangeschirr sowie viel Naturholzoptiken sind einige Beispiele für die Vielseitigkeit persönlicher Arrangements. Selbst wenn fast jede Nachkriegsgeneration bislang eine Bewegung hervorbrachte, die zurück zu den natürlichen Wurzeln kehren wollte, so hat Cottagecore eine breite, umfassende Masse vereint, die auch andere Altersgruppen anspricht, die keine festgelegten Schubladen kennt und von großer Toleranz begleitet wird.

The CottageCore Shop
Mit Freunden teilen
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on pinterest